Normal machen wir das nicht. Aber heute Morgen wenden wir uns direkt an euch, liebe Sachsen-Anhalter:innen. Denn: Es ist D-Day! Der Tag ist da. Die Fakten liegen auf dem Tisch – und zwar so, dass hinterher keine:r sagen kann, er habe es nicht gewusst. Also: Jede Stimme für die AfD an diesem 6. September, bei der Wahl zum Landtag, ist eine für eine gesichert rechtsextreme Partei. Sagt euer Verfassungsschutz. Sagen die Gerichte. Und das heißt: Wer von euch heute in Magdeburg oder Halle/ Saale, in Dessau oder Wittenberg oder auf dem flachen Land AfD wählt, wählt Faschos. Wollt ihr das? Wirklich? Überlegt noch mal …

#1 HARTE NACHT GEHABT?

Kein Wunder! Geht uns ganz genauso. Da war, in unseren Träumen, dieser Typ: Kommt daher, übers matschige Feld, mit festem Tritt – direkt auf uns zu! Will der was von uns? Was könnte das sein? Und was, zur Hölle, hat der eigentlich an? Scheiße, was soll das, zieh den Fummel aus, du Arsch. Wollen wir sagen. Aber, wie immer in solchen Momenten, im Traum, wenn das Entsetzen die Oberhand gewinnt, versagt uns die Stimme. Und der Typ legt los: Opa zieht mit dem Panzer durch das Städtel/ Der Wald ächzt neblig/ Die Bäume klamm/ Schwarze Erde blutgetränkt/ Ein Partisan unter Krähen an einem Baum erhängt … „Auch in der Nazizeit war Spargelzeit“, heißt der Song von Paul Sies. Er hat ihn vor einem halben Jahr erst aufgenommen. Mitten hinein in diese Zeit, in der viele Deutsche damit angefangen haben, die eigene Familiengeschichte auf Spuren von NS-Vergangenheit abzuklopfen – und in der, wenn ihr heute wirklich alles falsch macht, liebe Sachsen-Anhalte:innen, zum ersten Mal in der Geschichte der BRD eine gesichert rechtsextreme Partei in Macht und Verantwortung gewählt werden könnte. Die SS-Uniform, die sich Sies, 32, Schauspieler, Musiker und festes Ensemblemitglied am Potsdamer Hans Otto-Theater, wahrscheinlich in irgendeinem Fundus zusammen geklaubt hat, ist Fake. Was er zu sagen hat – und sagen will – aber ist und bleibt wahr: Ihrer eigenen Gewaltgeschichte entkommen die Deutschen nicht. Sie gehört zu unserer DNA. Genauso wie die gottverdammte Verpflichtung eines jeden Einzelnen von uns, aufeinander aufzupassen und nicht zuzulassen, wenn es wieder losgeht, dass Dumpfbacken – etwa von der AfD – anfangen, gegen Menschen zu hetzen, die nicht in ihr völkisches Verständnis von Gesellschaft passen. Das ist der Grund und das Erschreckende, warum Paul Sies hier in seinem Song von „Kontinuitäten“ spricht: Die Linien die von meinem Opa führen/ Bis zum Massaker in der Ukraine/ Von Goebbels zu Höcke/ Neuer Glanz für alten Dreck/ Wir haben sie nicht gesehen/ Doch die Monster waren nie weg … Aber hört selbst!

#2 STATT YOGA

Klar könnt ihr, bevor der Tag so richtig in die Puschen kommt, erst noch eure Yoga-Matten ausrollen, liebe Sachsen-Anhalter:innen, und die Sonne grüßen. Aber probiert doch heute, ausnahmsweise, das hier: Das Anlaufnehmen, Kippen und Vornüberfallen. Das mit den Armen Rudern, dieses plötzliche Ausbrechen auf einem Bein, gegen die Laufrichtung. Und jetzt das Ganze nochmal quer durchs Wohnzimmer – bis das Meißner in der Vitrine scheppert wie in diesem Stück aus den 1980er-Jahren das Schlagzeug von Robert Görl. „Tanz den Mussolini“ ist einer der Signature-Songs der 1978 von Görl und Gabi Delgado-Lopez gegründeten Band DAF aus der ersten, progressiven Phase der (später) so genannten Neuen Deutschen Welle. Ihr findet, dass dieser Live-Mitschnitt von 1981 einen arg rabiaten Eindruck macht? So gar nicht „Blümchen“-mäßig? Tja: Ist so. War so. Es konnte gar nicht anders sein. Denn wie der 2020 verstorbene Delgado zwei Jahre vor seinem Tod in einem Interview erzählte, fühlten sich diese 1980er-Jahre an wie ein „Tanz auf dem Vulkan“: „Durch die Brutalisierung der real existierenden Verhältnisse konnten plötzlich auch in Deutschland Leute verhungern. Die soziale Marktwirtschaft wurde abgeschafft und durch brutale Börsen-Haie ersetzt.“ Das kommt euch bekannt vor? Uns auch! Und damit zu: „Tanz den Mussolini“ und den berühmten (Lied-)Zeilen: „Geh in die Knie/ und klatsch in die Hände/ Beweg deine Hüften/ und tanz den Mussolini/ Tanz den Mussolini/ Dreh dich nach rechts/ und klatsch in die Hände/ und mach den Adolf Hitler/ Tanz den Adolf Hitler/ und jetzt den Mussolini …“ Damit sich keiner benachteiligt fühlt, sei gesagt, dass in dem Song auch noch der Jesus Christus und der Kommunismus getanzt werden sollen/ dürfen, und naja, den Rest kann man sich denken: Riesenskandal! Vorschnelle Schlüsse. Absichtsvolle Missverständnisse. Görl und Delgado, dessen antifaschistische Eltern in der Franco-Diktatur aus Spanien fliehen mussten, wurden als Nazis beschimpft. In Wirklichkeit ging es den beiden bei ihrem Song „um die Austauschbarkeit von Ideologien“, so Delgado: „Wir wollten alle Denkmäler vom Sockel stoßen, egal ob positive oder negative. Ich wollte diese Denkmäler zu Witzfiguren machen, damit man sie endlich los wird.“ Wie wär’s also, wenn wir heute mal wieder – dem Anlass entsprechend – den Mussolini und den Adolf Hitler zertanzen, liebe Sachsen-Anhalter:innen?

#3 BIST DU NOCH DA

„Bist du noch da“, fragt Jennifer Weist im neuen Song der Ost-Rockband Jennifer Rostock – erst schüchtern, bang und voller Zweifel. Beim zweiten Mal schon drängender, bis die Unsicherheit in eine diffuse Angst umschlägt und in die Ahnung, dass man etwas verloren haben könnte, das man so, möglicherweise, nicht wieder bekommt. BIST-DU-NOCH-DA klingt am Ende weniger nach Verzweiflung als nach Kampfansage, auch wenn die Ausgangsbedingungen nicht rosig sind: „Eine Wand aus Schweigen wie aus Glas zwischen uns beiden/ Dialog in Spiegelschrift ist, was uns geblieben ist/ Hinter müden Augen liegt das Meer, auf dem wir treiben/ Deine Blicke spiegeln mich, doch du siehst mich wieder nicht/ Ooh ooh, was hat uns zerrissen?“ Es geht hier also mindestens um ein Nähe-Distanz-Problem. Wenn nicht gar um Entfremdung. Eine naheliegende Erklärung wäre, dass Jennifer Rostock nach einer Auszeit von acht (!) Jahren erst in diesem Sommer wieder zusammengefunden haben und nicht wirklich wissen, ob es die alten Fans da draußen noch gibt. Die andere ist ein bisschen komplizierter. Sie handelt davon, dass die aus Zinnowitz auf Usedom stammende Sängerin, Songschreiberin und Feministin Jennifer Weist spürt, wie ihr langsam, aber sicher und mit jedem Tag mehr ihr Land abhanden kommt. Oder sie ihm. Und das hat vor allem politische Gründe.

Jennifer Rostock waren immer gegen Rechts. Das ging eine Zeitlang, von der Gründung 2007 bis in die Zehner-Jahre, gut, dann gab’s den ersten Knatsch, als sie 2013 über Facebook verlauten ließen, dass sie „nie wieder“ Menschen in den Shirts „nationaltümelnder“ Gruppen wie Böhse Onkelz oder Frei.Wild auf ihren Konzerten sehen wollten. 2014 drohten sie – aus Protest gegen die Echo-Nominierung der „allseits beliebten blut- und bodenneutralen Tiroler Partisanenkapelle“ Frei.Wild mit dem Boykott der Preisverleihung. Es folgten die üblichen Shitstorms. Aber erst ein Überfall auf Weist und einen Begleiter im August 2015 zeigte, wozu Menschen in diesem Land mittlerweile fähig sind. Nach dem Besuch eines Clubs in Berlin-Friedrichshain waren die beiden von mehreren Männern angegriffen und ausgeraubt worden, Weists Begleiter wurde dabei lebensgefährlich verletzt und drohte auf der Straße zu verbluten. Worst Case! Möchte man meinen. Schlimm genug! Doch als Weist zwei Tage später vorsichtig Entwarnung gab – und Zeugen bat, sich doch bitte zu melden – brach aus dem Netz ein Schwall an fremdenfeindlicher Hetze verbunden mit der Forderung nach einer restriktiveren Flüchtlingspolitik oder einer „Bürgerwehr“ über sie herein. Kann passieren, werden ein paar von euch jetzt denken, liebe Sachsen-Anhalter:innen. Ist aber halt Müll, wie der konkrete Fall zeigt, in dem der Ausländer – Weists Begleiter – das Opfer war. Doch mit Vorurteilen und Ängsten Politik zu machen, ist nun mal das Kerngeschäft der Rechten.

Wie sie dabei vorgehen, hat Hans-Thomas Tillschneider, Schattenmann und Chefstratege der AfD in Sachsen-Anhalt – der nach der Wahl euer Kulturminister werden könnte! – gerade wieder vorgeführt. Tillschneider fragte den Leiter der Landeszentrale für politische Bildung in Magdeburg, Maik Reichel, allen Ernstes, wann er endlich „Stolpersteine für vergewaltigte deutsche Mädchen“ verlegt, also für von Ausländern vergewaltigte, natürlich (SZ). Über diesen beispiellosen Zynismus dürfte ihr beim Frühstück gern noch mal nachdenken. Aber wählen werdet ihr so jemanden doch nicht?

#4 HERR MEIER

Wer wählt eigentlich AfD? Männer? Frauen? Junge? Alte? Reicht ein „Flachzangen“-Diplom à la Alice Weidel oder braucht man einen Bachelor, um zu begreifen, dass wenn a) ein Drittel aller in der Gastronomie Tätigen, knapp ein Viertel des wissenschaftlichen Personals an Hochschulen sowie ein Fünftel der Ärzt:innen in Sachsen-Anhalt keinen deutschen Pass haben und b) die arbeitende Bevölkerung im Land so alt ist wie in kaum einer anderen Region REMIGRATION nicht die Lösung sein kann? Euer schönes Land, liebe Sachsen-Anhalter:innen, wird bald von selbst implodieren, wenn ihr JETZT nicht über euren blauen Schatten springt und euch aktiv um ZUWANDERUNG bemüht. Das ist, was passieren muss. Und muss ich wirklich sagen, dass offener Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, wie die AfD ihn propagiert, dafür das falsche Konzept sind? Überhaupt: Wollt ihr wirklich, „dass alles, was es für uns gibt, alles was wir mit unseren deutschen Augen sehen, deutsch ist“, wie Hans-Thomas Tillschneider es 2018 formulierte? Ist doch gruselig! Fehlt eigentlich nur noch, dass er sagt: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ Und das müsste euch doch wirklich den finalen Schrecken einjagen, oder?

Also, nochmal: Wer wählt eigentlich AfD? Matthias Engst, geboren und aufgewachsen in Berlin-Marzahn, ist Sozialarbeiter von Beruf und Sänger einer nach ihm benannten (Heavy-)Band. Im folgenden Clip, schlicht „Herr Meier“ genannt, sucht er nach Antworten – ohne vorschnell zu urteilen und indem er auch sein imaginiertes Gegenüber zu Wort kommen lässt: Der Meier aus dem dritten ist jetzt bei der AfD/ An seinem Briefkasten, rechts in der Ecke unten steht/ Deutschland den Deutschen/ Ja, da hab ich ihn gefragt/ Mensch Meier, was ist los, was soll denn das? Engst, ein eher sanfter, empathischer Typ, gehört damit zu denen, die wie die Soziologin und Philosophin Jana Glaese dafür plädieren, „im AfD-Nachbarn nicht sofort das Böse zu sehen“. Er ist einer von zahlreichen Musiker:innen und Pop-Stars aus dem Osten wie Jan „Monchi“ Gorkow von Feine Sahne Fischfilet oder Pablo Himmelspach und Albert Münzberg von der Hinterlandgang, die immer noch erst den Dialog suchen. Und Meier? Redet. Gern: Er hat mir dann erklärt, er wäre kein Rassist/ doch dass dieses Land, kurz vor dem Ende ist/ Man müsste sich nur umschauen, dann wäre doch schnell klar/ dass früher einfach alles besser war. Bei ihm gibt für Engst nix mehr zu holen. Das wird sehr schnell klar. Und sonst?

Naja: Der typische AfD-Wähler outet sich im Westen eher ungern, im Osten hat er damit weniger Probleme. Aber die Grauzone ist groß. Den gespenstischten Satz dazu haben wir in einer Materialiensammlung der Bundeszentrale für politische Bildung vom Mai gefunden. Zitat: „Bezogen auf die Sozialstruktur der AfD-Wählerschaft kommen die vorliegenden Untersuchungen zu teilweise disparaten Befunden, was darauf hindeutet, dass monokausale Erklärungsversuche hier zu kurz greifen.“ Laut bpb findet man AfD-Wähler:innen mittlerweile überall, in allen Milieus, in Ost und West. sie haben in der Regel einen mittleren Bildungsabschluss, sind zu drei Viertel Angestellte, Beamte, Selbständige, und 60 Prozent von ihnen haben ein geschlossenes, rechtsextremes Weltbild. Der typische AfD-Wähler ist eher mittelalt und männlich, männliche Jungwähler wählen mehr rechts, junge Frauen eher links. Mit anderen Worten: Es ist tatsächlich so, wie der Soziologe Thorsten Mense und die Politikwissenschaftlerin Judith Goetz schon 2024 resümierten: „Rechts ist, wo die Mitte ist“. „Der Meier aus dem dritten ist nur einer von vielen/ und so wie’s schon immer war, liegt ’s an uns zu protestieren„, singt Matthias Engst. Aber ihr, liebe Sachsen-Anhalter:innen, habt es heute in der Hand STOP zu sagen …

#5 DAS HÄTTE ICH NIE GEDACHT

Hans-Thomas Tillschneider von der AfD ist sich, wie schon erwähnt, für kein identitäres Geschwätz zu schade. Es gibt, sagt er, „ein deutsches Verständnis von Familie, eine deutsche Art sich zu kleiden. Es gibt eine deutsche Art zu arbeiten, zu kochen, eine deutsche Art zu bauen, eine deutsche Art zu musizieren und diese Art unterscheidet sich von allen anderen Völkern.“ Hm. Und was machen wir dann (nur zum Beispiel) mit jemanden wie der im In- und Ausland gefeierten Schauspielerin Sandra Hüller, die sich nach eigenen Worten „nicht als Deutsche identifiziert“, sondern „als thüringische Europäerin“? Wie stellen wir sicher, dass sie auf dem Set einer britisch-polnisch-amerikanischen Koproduktion wie „Zone of Interest“ (es gibt keinen deutschen Titel, sorry!) über den deutschen Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß auch wirklich „deutsch arbeitet“? Expatriieren wir sie im Fall, dass sie bei der Arbeit gegen den Tillschneider-Kodex verstößt, sich bei irgendwelchen Galas vielleicht auch noch „undeutsch kleidet“? Worauf müssen wir Normalos uns einstellen, wenn es uns nach Hummus statt Kartoffeln verlangt? Welche Sanktionen erwarten uns, wenn wir den Hummus auch noch selber zubereiten? Ein Besinnungswochenende bei der „Artgemeinschaft“? Und überhaupt: Wie gaga ist das denn alles?

Tja, Marlo Grosshardt, unser momentan liebster Politbarde aus Hamburg, hat das alles irgendwie kommen sehen. Er hat schon damals, 2024/25, genau hingeschaut, als Friedrich Merz im Bundestag unbedingt mit der AfD abstimmen wollte, im Song „Das hätte ich nie gedacht“ gibt er seiner zunehmenden Verwirrung darüber Ausdruck, wie sich die Dinge nach rechts verschieben: Ich hätte nie gedacht, dass ihr mit/ denen eure Hand hebt! Vor Kurzem nun ist sein neues Album erschienen. Es heißt, bestimmt nicht zufällig, „Bildet Banden“, und im Interview dazu mit dem Hamburg-Magazin teilte Grosshardt seine Überzeugung, dass jetzt nicht der Moment ist, den Kopf in den Sand zu stecken: „Ich glaube, dass die letzten 20 Jahre für viele privilegierte Menschen in Deutschland letztlich doch immer noch aushaltbar waren. Jetzt merkt man, wie groß die Belastung für viele geworden ist … Deshalb ist jetzt wichtig, dass die Entwicklung nicht in Rechtsextremismus und Faschismus geht, sondern dass wir endlich sinnvolle Lösungen finden.“ Stattdessen laufen die Dinge bestens für die AfD.

Eine Art geistiger Schockstarre macht sich breit. Oder wie sonst wäre es zu erklären, dass ein CDU-Kommunalpolitiker, Ortsbürgermeister in Altmark/ Sachsen-Anhalt, eine Wahlempfehlung für die AfD abgibt – und das mit der Begründung, die CDU sei ihm „zu links“? Wir wissen nicht, auf welchem Planeten Bernd Prange in den letzten anderhalb Jahren gelebt hat, wer weiß, vielleicht hat er auch nur „deutsch gebaut“ oder „deutsch musiziert“? Auf jeden Fall scheint ihm entgangen zu sein, wie seine Union gerade einen auf Kettensäge macht: Sich das Geld für ihre Reformen bei denen holt, die eh schon wenig haben. Und dieses Geld dann der Wirtschaft in den Rachen schiebt, die es gar nicht braucht, weil sie sich – ach was! – plötzlich vor Aufträgen kaum retten kann. Die Kürzung des Elterngelds, des Wohngelds, der Rente, die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages, die Aussetzung der BAföG-Erhöhung – alles „linke“ Projekte, klar. Und die AfD sagt „Danke“, weil sie von der Enttäuschung, der Rat- und Hilflosigkeit der Menschen profitiert, ohne dass sie selber mehr anzubieten hätte als Rassismus und die Idee, „das Gegendere“ (Ulrich Siegmund) im Land zu verbieten. Dann würde sich alles Andere von selbst ergeben. Sollte das nicht klappen, wärs auch kein Problem, weil es dann schon lang keinen öffentlichen Rundfunk in Sachsen-Anhalt mehr gibt, der darüber berichten könnte. Denn den hat die AfD bis dahin abgeschafft. So weit der Plan.

Oder eben, liebe Sachsen-Anhalter:innen, ihr bildet Banden (s.u.). Tut euch das zusammen. Und zeigt den Siegmunds, Tillschneiders und wie sie alle heißen, die rote Karte. Holt euch euer Land zurück! Heute! Tschö!

P.S.: Nur für den Fall, dass ihr euch fragt, was eigentlich die Songs hier sollen, noch der Hinweis, dass (auch) das dem aktuellen politischen Klima in Deutschland geschuldet ist - und einer zunehmend repressiven Kulturpolitik, die vor allem jungen Künstler:innen das Leben immer schwerer macht. Dass momentan tatsächlich darüber diskutiert wird, ob und inwieweit Popmusik politisch sein darf, ist in unseren Augen (vorsichtig formuliert) ein Missverständnis. Die Tatsache, dass es vielleicht noch nie im Deutsch-Pop so viele Bands und Acts gab, die sich klar antifaschistisch positionieren, dagegen ist eine Entwicklung, die wir gern unterstützen!